Was ist die halbautomatische Abseitstechnologie?

Kurze Antwort: Die halbautomatische Abseitstechnologie verfolgt die Gliedmaßen der Spieler und die Bewegung des Balls mit speziellen Kameras und Trackingdaten und erzeugt bei einer möglichen Abseitsstellung einen automatischen Hinweis an die Videoschiedsrichter. Halbautomatisch heißt sie, weil die Software nichts allein entscheidet: den Abspielzeitpunkt und die erzeugten Linien bestätigen die Offiziellen, bevor eine Entscheidung fällt.

Wie arbeitet die Technologie?

Spezielle Kameras unter dem Stadiondach tasten Körperpunkte jedes Spielers dutzendfach pro Sekunde ab und bauen daraus ein dreidimensionales Skelettmodell des Spielfelds. Der Ball wird parallel verfolgt, und in manchen Installationen meldet ein Sensor im Ball den genauen Moment des Schusses mit sehr hoher Frequenz. Eine Software führt beide Datenströme zusammen und gleicht den Augenblick des Passes automatisch mit der Position des Angreifers ab.

Bewegt sich ein Spieler in Abseitsposition zum Ball, alarmiert das System den Video Operation Room. Die Videooffiziellen bestätigen den Abspielzeitpunkt und die gewählten Körperteile und informieren dann den Schiedsrichter. Nach der Entscheidung sehen die Zuschauer eine dreidimensionale Animation der Position, die umstrittene, von Hand gezogene Linien durch ein Modell ersetzt, das alle gleich sehen.

Seit wann und wo wird sie eingesetzt?

Entwickelt wurde die Technologie als Antwort auf lange Abseitsüberprüfungen des VAR und auf den Streit um manuell gezogene Linien. Die FIFA nahm das System bei der Weltmeisterschaft 2022 in Betrieb, und ein bereits im Eröffnungsspiel per automatischem Hinweis aberkanntes Tor wurde zu seinem Schaufenster.

Seither breitet sich das System über große kontinentale Wettbewerbe und höchste Spielklassen aus. Welche Liga es nutzt und ab welcher Saison, hängt von der Entscheidung und der Infrastrukturinvestition der jeweiligen Organisation ab; wegen der Einbaukosten schreitet die Einführung in Etappen voran und nicht auf einmal.

Ist das künstliche Intelligenz und kann sie irren?

Die Positionsmessung ist weit genauer als von Hand gezogene Linien; das menschliche Lineal durch Daten zu ersetzen ist der ganze Daseinsgrund des Systems. Verfahren des maschinellen Lernens helfen dabei, Gliedmaßen in den Videobildern zu verfolgen, doch der Ablauf bleibt nie vollständig der Software überlassen: die Videooffiziellen bestätigen, dass der Abspielzeitpunkt korrekt erfasst und das richtige Körperteil verwendet wurde. Das Wort halb im Namen stammt von dieser menschlichen Schicht.

Ein Teil des Abseits lässt sich ohnehin nie auf eine Messung reduzieren. Ob ein Spieler aktiv eingegriffen oder dem Torwart die Sicht genommen hat, verlangt Auslegung und bleibt beim Schiedsrichter. Das System klärt die Frage der Position; die Frage des Eingreifens bleibt eine menschliche Entscheidung, weshalb die Technik die Offiziellen beschleunigt statt sie zu ersetzen.

Dieser Begriff bei Shutli

Kürzere Abseitsüberprüfungen bedeuten weniger eingefrorene Zeit und ein Spiel, das seinen Rhythmus behält, während ein vom System aberkanntes Tor das Gleichgewicht dennoch verschiebt, ohne den Spielstand zu berühren. Die Live-Analyse von Shutli zeigt diese Brüche im Momentum-Panel, und die Wirkung langer Überprüfungen auf den Puls der Partie wird in der Live-Tempo-Analyse sichtbar.

Verwandte Begriffe

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