Was ist xG (Expected Goals) im Fußball?
Wie wird xG berechnet?
xG wird nicht von Hand mit einer festen Formel gerechnet, sondern von einem statistischen Modell erzeugt. Das Modell studiert Hunderttausende erfasster Schüsse und lernt, wie oft Versuche unter ähnlichen Bedingungen verwandelt wurden. Für jeden neuen Schuss bewertet es Torentfernung, Schusswinkel, Art der Situation (im Strafraum, Konter, Standard), ob mit Fuß oder Kopf abgeschlossen wurde und den Druck auf den Schützen; heraus kommt eine Wahrscheinlichkeit von 0 bis 1.
Die Werte decken sich mit der Intuition: ein Elfmeter trägt ein hohes xG von rund 0,76, ein Schuss aus 25 Metern liegt nahe 0,04. Verschiedene Datenanbieter nutzen verschiedene Modelle, weshalb dieselbe Chance je nach Quelle leicht abweichende Werte bekommen kann. Wichtig ist nicht die zweite Nachkommastelle eines einzelnen Schusses, sondern der Trend über ein Spiel oder eine Saison.
Wie liest man einen xG-Wert?
Auf Ebene eines einzelnen Schusses beschreibt xG die Chancenqualität: ein Wert über 0,5 heißt, dass ein Tor wahrscheinlicher war als ein Fehlschuss. Auf Mannschaftsebene wird das xG jedes Versuchs im Spielverlauf zu einer kumulierten Produktionszahl addiert. Eine Elf, die 2,4 xG erzeugt und nicht trifft, mag auf der Anzeigetafel verloren haben, war in der Qualität ihres Spiels aber klar überlegen.
Auf Spielerebene zeigt das Saison-xG die Qualität der Chancen, in die ein Stürmer gerät. Liegen die tatsächlichen Tore deutlich über dem xG, befindet sich der Spieler in einer außergewöhnlichen Abschlussphase; liegen sie deutlich darunter, hat er Pech oder Probleme vor dem Tor. Beides pendelt sich mit der Zeit meist wieder zum Mittelwert zurück.
Warum ist xG wichtig?
Ergebnisse täuschen in kleinen Stichproben: ein abgefälschter Schuss oder ein Torwartfehler kann die Erzählung von 90 Minuten umdrehen. xG betrachtet den Prozess statt des Resultats und beziffert, welche Mannschaft die hochwertigeren Chancen erzeugt hat. Deshalb beurteilen Analysten die Richtung einer Mannschaft eher an ihrem xG-Trend als an ihrer Ergebnisserie: eine Elf mit schwachen Resultaten, aber starker xG-Produktion steht oft kurz vor der Erholung.
Dieselbe Logik gilt innerhalb eines Spiels. Ein Live-xG-Verlauf macht die Druckphase vor einem Tor sichtbar; die Momente, in denen sich die Produktionsschere öffnet, während der Spielstand noch gleich ist, sind die eigentlichen Wendepunkte.
Dieser Begriff bei Shutli
Bei Shutli bewertet das Toprak-Modell jeden Live-Schuss anhand von Position, Winkel, Distanz und Druck. Den kumulierten xG-Wert, die Produktion der letzten 15 Minuten und die Verschiebung des Gleichgewichts kannst du Minute für Minute auf der Seite Live-xG-Analyse verfolgen.